Chemieeinsatz am Brenner
Am Samstag, 24.04.2010, wurden die Feuerwehren von Gossensaß, Sterzing und Pflersch zu einem Gefahrguteinsatz am Bahnhof Brenner gerufen. An einem Bahnsteig verlor ein Kesselwaggon Acrylsäure.
Um kurz nach 11.30 Uhr wurden die Männer der Feuerwehren Gossensaß, Sterzing und Pflersch zu einem Einsatz der Alarmstufe 7 gerufen: Am Bahnhof in Brenner tritt aus einem Chesselwagon eine chemische Substanz aus. Bereits auf der Anfahrt wird die UN-Nummer des Stoffes durchgegeben. Es handelt sich bei dem als 2218 deklarierten Stoff um Acrylsäure.
Am Einsatzort ergeben erste Erkundungen, dass auf Gleis 7 des Bahnhofs ein Güterzug steht. An einem der Kesselwaggons führt eine Flüssigkeitsspur an der Außenverkleidung herab. Er ist mit der Gefahrnummer 839 gekennzeichnet und enthält die durchgegebene Acrylsäure. Diese ist sowohl als ätzend als auch als entzündlich eingestuft und reagiert zudem auf den Kontakt mit Wasser, auf Erschütterung, sowie auf Lichteinstrahlung.
Zu diesem Zeitpunkt herrschen am Bahnhof Brenner Temperaturen um 20°, Windstille und strahlender Sonnenschein.
Unter Einsatzleitung des Kommandanten von Sterzing, Benno Egger, wird sofort die Stromfreischaltung des Bahnhofsgeländes, sowie die Räumung der angrenzenden Bahnsteige veranlasst. Zudem wird vor dem Bahnhof eine Dekonstelle aufgebaut.
Nachdem die Freigabemeldung eingegangen ist, geht ein Trupp unter CSA zu Erkundung vor. Die zwei Männer stellen fest, daß die Säure durch das Überdruckventil ausgetreten ist, können aber keinen weiteren Austritt mehr feststellen. Sie binden die bereits ausgetretene Flüssigkeit mittels Chemikalienbindemittel.
Nach dem Rückzug wird der Trupp an der Dekonstelle dekontaminiert, der Zugverkehr kann nach etwa 40 Minuten wieder freigegeben werden. Messungen mittels Prüfröhrchen an anderen Bereichen des Bahnhofs ergaben zu keiner Zeit Auffälligkeiten.
Fotos


